Wärme und Strom für Schwandorf
Das Müllkraftwerk Schwandorf hat eine Geschichte als Energiestandort. Heute versorgt die Anlage den Ort mit Wärme und die benachbarte Industrie mit Produktionsdampf.
Das Müllkraftwerk Schwandorf ist 1982 mit den Ofenlinien 1 bis 3 in Betrieb gegangen. Damals ersetzte es ein Braunkohlekraftwerk am gleichen Standort und hat dabei auch dessen Rolle als Energieversorger teilweise mitübernommen. 1994 folgte Kessel 4. Bis heute ist die Industrie am Standort auf den Strom und den kostengünstigen Prozessdampf aus dem Müllkraftwerk angewiesen. Die Erzeugung von Energie aus Abfall statt Braunkohle hat seit Inbetriebnahme 1982 rund 3,1 Millionen Tonnen des Klimagases CO2 eingespart. Das zeigt die Klimastudie, die der ZMS zum 40-jährigen Jubiläum herausgegeben hat.
Durch die Modernisierung der Anlage wird sich auch die CO2-Bilanz der Müllverbrennung in Schwandorf leicht verbessern.
ZMS: Energie aus Abfall für den Industriestandort
Das Müllkraftwerk Schwandorf versorgt insbesondere den benachbarten Betrieb Nabaltec mit günstiger Energie und ist damit ein wichtiger Standortfaktor für dieses Unternehmen. Zusätzlich speist das Müllkraftwerk Wärme in das Fernwärmenetz Schwandorf und Strom ins öffentliche Netz.
Unsere Energiegewinnung in Zahlen:
- Mit den heißen Rauchgasen aus der Müllverbrennung wird in den Dampfkesseln Hochdruckdampf mit einem Druck von 72 bar und einer Temperatur von 410°C erzeugt. Davon gehen 5 Prozent in den Eigenbedarf, 3 Prozent in den benachbarten Industriebetrieb.
- Mit 92 Prozent werden die drei Turbinen im Müllkraftwerk betrieben und erzeugen Strom.
- Der verbleibende, aus den Turbinen entnommene Niederdruckdampf (6 bar, 160 °C) wird zur Erzeugung von ca. 80.000 MWh Wärme für das Fernwärmenetz Schwandorf, als Eigenbedarf, im benachbarten Industriebetrieb und in der Klärschlammtrocknungsanlage genutzt.
- Der in den Generatoren erzeugte Strom wird zu 24 Prozent zum Eigenbedarf genutzt, die restlichen 76 Prozent werden ins Stromnetz eingespeist.
Paul Altmann im Interview
weitere Themen
-
Unsere Solaranlagen
Neben der Energieerzeugung im Kraftwerk betreibt ZMS auf dem bereits abgeschlossenen Bereich der Deponie Mathisagrube auch noch eine Freiflächensolaranlage.
Die installierte Leistung beträgt 1.712 Kilowatt (peak) (kWp).
2020 hat die Anlage 1,9 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugt. Das entspricht dem jährlichen Stromverbrauch von rund 650 Haushalten in Deutschland. -
Abfallmengen bleiben gleich
Während die tägliche Kapazität mit 1.500 Tonnen gleich bleibt, kann die Jahreskapazität auf 500.000 bis 520.000 Tonnen ansteigen.
Diese maximale Jahrestonnage stellt sich frühestens ab 2031 ein, wenn die letzte der beiden neuen Verbrennungslinien „eingefahren“ ist.
Ob es tatsächlich dazu kommt, ist heute offen. Wenn sich der Heizwert des angelieferten Abfalls erhöht – etwa durch mehr Kunststoffe und weniger organischen Abfall – dann geht die Kapazität (in Tonnen Abfall) automatisch zurück.